Subtonal – “Électricité De Nuit”
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Ein feines und geübtes Händchen für eindringliche elektronische Sunds beweist Andreas Kauffelt alias SUBTONAL auf dem zweiten Album. Zwischen analogem Können und digitaler Finesse pendelt die Musik, immer mit dem nötigen Feeling für den richtigen Moment und den passenden Sound an der richtigen Stelle. “Électricité De Nuit” klingt insgesamt nicht außerordentlich oder großartig neu doer fremd, aber es passt hier alles zusammen. Das Album wirkt wie eine geschlossene Einheit. Die Zutaten sind nicht einfach willkürlich zusammengewürfelt worden, sondern vermitteln den Eindruck, dass sich hier Gedanken gemacht und die benutzten Sounds und Klänge gezielt und bedacht eingesetzt wurden.
Geheimnisvoll beginnt das Album mit einem Industrial-Geräusch, das geloopt wurde und sich so ins Gehirn frisst. Mit Einsetzen, des klaren, geraden und kräftigen Beats wird das Geheimnisvolle aufgebrochen und der Opener “Articulation” beginnt ins Bein zu gehen; tanzbar ist nicht unbedingt das falsche Wort für diese Musik. Der erste Eindruck zieht sich in verschiedenen Varianten durch das gesamte Album. Egal wie Kauffelt seine Musik definiert, er gelangt stets an ein wirksames Ziel.
“Deep Sea Diving” besticht mit leicht beklemmenden Keys, “In Between” und “Pursuers” mit einer gewissen futuristischen Kälte. Das mit Dub-Effekten und ohne Beats auskommende “Enter The Room” wirkt wie eine Art Ruhepol, während das zunächst rhythmusbasierte “Bipolar”, mit verstellten und verzerrten Beats und später in verträumte Keyboard-Elemente übergehend, wieder Schwung aufkommen lässt. “Centennial” klingt locker wie eine Art ‘karibische Electronic’ und das Titelstück sowie der Abschluss-Track “Please Leave” wie ein Herumspielen und experimentieren mit verträumten Sounds; sehr gelungen.
Dieses Album ist ein schöner Trip in elektronische Welten, die jedoch nie zu abstrakt oder unzugänglich sind, ganz im Gegenteil. Die einzelnen Sequenzen und Tonformen lassen sich leicht aufnehmen und nachvollziehen; trotzdem wirken sie einlullend und nie zu simpel. Alles passt und wirkt stimmig und erfüllt somit die beste Voraussetzung, um den Hörer knapp eine Stunde lang in eine andere, elektronisch futuristische Welt zu entführen.