1. Ambientmusik lebt von weichen Überläufen und abstrakten Soundspielereien. Wenn man jedoch zu viel Reverb einsetzt, kann das Ganze am Ende irgendwie matschig klingen. Deshalb auch mal Samples, Vocals, Gitarren- oder Synthiesounds ohne bzw. weniger Reverb und Delay einfließen lassen.
2. Es gibt Unmengen an Sample-Libraries. Viele enthalten sicherlich auch gute Sounds, welche sich super in den Mix integrieren lassen. Viel spaßiger ist es aber mit eigenem Mikrofon loszuziehen und die Geräusche der Umgebung aufzunehmen. Es gibt so vieles was sich bestimmt gut verarbeiten lässt: Vögel, Wind, Verkehrsgeräusche, Stimmen und natürlich die Toilettenspülung. Das Ganze macht nicht nur Spaß, sondern man baut sich so nach und nach eine einigartige Sample-Sammlung auf. Gute mobile Recorder bekommt man mittlerweile schon für unter 200 Euro.
3. In Second-Hand-Läden gibt es eine Menge zu entdecken. Von kuriosen Dampflok-Aufnahmen bis zu alten Märchenplatten: es gibt nichts was sich nicht sampeln ließe.
4. Sampes sind zwar eine verlässliche Quelle der Inspiration, lassen sich aber nicht so leicht modulieren wie Oszillatoren. Wenn ein Sample nicht zum Lied passt, reicht es manchmal schon kleine Teile davon durch ein Delay-Effekt zu schicken. Auf diese Weise kommt man schnell zu abtrakten Geräuschen die nicht mehr viel mit dem Original gemein haben.
5. Viele, vielleicht die meisten Ambient-Stücke bestehen größenteils aus synthetischen Sounds virtueller Instrumente. Damit das Ganze weniger nach Computer und mehr nach Natur klingt, baut man einfach ein paar Naturaufnahmen oder solche realer Instrumente ein. Ein Windrauschen hier und eine Gitarre dort können schon einiges ausmachen.
6. Aufnahmen von natürlichen Geräuschen wie Wasserfällen, Wellen, Wind und Feuer eignen sich wunderbar um einen Mix auszufüllen, da sie hauptsächlich aus Rauschen bestehen und somit einen großen Frequenzbereich abdecken. Aus diesem Grund sollten sie nicht zu laut, sondern dezent und unterschwellig eingesetzt werden.
7. Freunde langer Sustainphasen kennen das Problem: ein Pad ohne Bewegung klingt statisch und monoton. Den Flächen lässt sich Leben einhauchen indem man schön subtil am filter cutoff dreht, die Pulsweite verändert oder vorsichtig das tuning verändert. Um nicht ständig an den Reglern drehen zu müssen kann man beispielweise die Filterfrequenz von einem niedrigen LFO oder einer langläufigen Hüllkurve modulieren lassen. In Kombination mit Reverb und Delay klingen Pads dann schon viel organischer und lebendiger.
8. Mit modernen Sequenzern lassen sich Samples schnell und unkompliziert an das Songtempo anpassen. Doch nicht immer ist die automatische Vorgehensweise die beste. Realer und weniger mechanisch klingt es, wenn die rythmischen Elemente nicht immer hundertprozentig dem globalen Tempo folgen. Je nach verwendeter Software lässt sich die Quantisierung reduzieren bzw. ein Random-Effekt hinzufügen.
9. Die bereits genannten Effekte Reverb und Delay sind die wichtigsten für die Produktion von Ambientmusik. Durch geschickten Einsatz des Panorama-Effekts lässt sich das Gefühl von Weite und Räumlichkeit noch verstärken. Die Kombination von zwei oder mehr Delays kann zu interessanten Ergebnissen führen. Überhaupt ist es empfehlenswert, mehrere Effekte miteinander zu verbinden. In das Arsenal der primären Effekte gehört meiner Meinung nach auch der Chorus.